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Armut und Menschen mit Behinderungen

Einer der augenscheinlichsten Aspekte bei Schriften oder Debatten zu Armut ist, dass die Gruppe der Menschen mit Behinderungen entweder nur als Randbemerkung vorkommt oder sogar völlig fehlt.

Dabei ist diese Gruppe in vielerlei Hinsicht armutsgefährdet und Diskriminierungen ausgesetzt. Im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen, die ein hohes Armutsrisiko aufweisen, tritt bei Personen mit Behinderung hohe manifeste Armut und hohe soziale Ausgrenzung gleichzeitig auf. Menschen mit Behinderung, die wenig finanzielle Möglichkeiten haben, haben auch weniger gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten und sind von stärkerer sozialer Ausgrenzung bedroht. Und umgekehrt.

Da sie wie bereits erwähnt in vielen Studien schlichtweg ignoriert werden, sind aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt und Einkommen schwer zu finden.

Armut und Alltag

Insgesamt 96 000 Menschen mit Behinderungen oder 19% sind armutsgefährdet. Das bedeutet, dass doppelt soviele Menschen mit Behinderung mit Armutsrisiko konfrontiert sind wie im Rest der Erwerbstätigen.

WirtschaftsträgerInnen, ArbeitgeberInnen und MitarbeiterInnen von Institutionen wie dem AMS. arbeiten mit der großteils auf Vorurteilen beruhenden Vorstellung behinderte Menschen könnten einen Beruf bzw. eine Tätigkeit nicht selbstständig ausüben. Aus dieser Unwissenheit bzw. Unsicherheit resultiert eine hohe Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen.

Neben der Erwerbslosigkeit sind die Biographien vieler Menschen mit Behinderung von kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen und Leasingarbeiten geprägt.

Statistisch halbwegs gesichert sind zumindest einige Tatsachen über die alltägliche Wohn- und Lebenssituation von Menschen mit Behinderung. Bedrückende Lebensumstände finden sich bei ihnen in hohem Ausmaß. Sie sind mit „sozialer Ausgrenzung“, mit „Deprivation“ und „mangelnder Teilhabe“ konfrontiert.

39% der Personen mit Behinderung in Österreich können sich Urlaub nicht leisten, 37% können keine unerwarteten Ausgaben tätigen, 12% sich nicht leisten, neue Kleider zu kaufen. 6% aller Menschen mit Behinderung können die eigene Wohnung nicht angemessen heizen, 12% leben in feuchten, schimmligen Wohnungen, 9% in einer überbelegten Wohnung.


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