REICHTUM GERECHT VERTEILEN - 5 Milliarden Euro Vermögenssteuern Die Grünen Wien

Armut ist weiblich

Studien hinsichtlich des Einkommensunterschiedes oder des Anteils von Frauen in Führungspositionen sprechen eine deutliche Sprache. Neben dem augenscheinlichen Missverhältnis zwischen geleisteter und bezahlter Arbeit verdeutlichen die weit unter EU-Durchschnitt liegenden Frauenanteile in Führungspositionen börsennotierter Unternehmen (0% Vorsitz, 5 % der Mitglieder in Entscheidungsgremien) als auch nachfolgende Tabelle die weiterhin nie schön zu redenden Ungerechtigkeiten:

Altersgruppe Frauen Männer Differenz absolut Differenz in %
Bis unter 20 Jahre 911 1123 212 18,9
20 bis unter 25 Jahre 1279 1615 336 20,8
25 bis unter 30 Jahre 1527 1885 358 19,0
30 bis unter 35 Jahre 1431 2125 694 32,7
35 bis unter 40 Jahre 1348 2253 905 40,2
40 bis unter 45 Jahre 1407 2287 880 38,5
45 bis unter 50 Jahre 1485 2314 829 35,8
50 bis unter 55 Jahre 1526 2310 784 33,9
55 bis unter 60 Jahre 1515 2392 877 36,7
60 Jahre und älter 1281 2572 1291 50,2

Frauen im Erwerbsleben - Teilzeit:

Fast die Hälfte des Einkommensunterschiedes zwischen Frauen und Männern ist auf prekäre Arbeitsverhältnisse und Teilzeitjobs zurückzuführen. Aufgrund fehlender Kinderbetreuungseinrichtungen und des vernachlässigbaren Anteils von Vätern in Karenz sind Frauen immer öfter gezwungen solche Jobs anzunehmen.

Während unter ganzjährig Vollzeitbeschäftigten der Frauenanteil bei 35% liegt, sind 89% aller ganzjährig teilzeitbeschäftigten Personen weiblich. Von allen erwerbstätigen Frauen befinden sich 39% in einem Teilzeitarbeitsverhältnis, bei Männern liegt dieser Anteil bei lediglich 4%.

Prekäre Arbeitsverhältnisse und Teilzeitarbeit verlangen flexible Arbeitszeiten und sind meist schlecht bezahlt. Sie führen zu geringeren Sozialleistungen (niedriger Pensionsanspruch; kein bzw. geringes Arbeitslosengeld; bei geringfügiger Beschäftigung keine Sozialversicherung; etc.) und bieten kaum Aufstiegschancen.

Frauenarbeitslosigkeit:

Der größte Teil der beim AMS vorgemerkten Frauen verfügt lediglich über einen Pflichtschulabschluss (fast 50%), eine Lehre abgeschlossen haben rund 28%.

Sowohl das durchschnittliche Arbeitslosengeld als auch die Notstandshilfe liegen für Frauen weit unter der Armutsgrenze von monatlich 900 Euro. Bei den Frauen trifft dies für mehr als 80% der Leistungsbezieherinnen zu. Zudem beträgt das Arbeitslosengeld um 18 Prozent weniger als bei Männern und bei der Notstandshilfe beläuft sich der Unterschied sogar auf 20 Prozent.

Frauen sind wesentlich öfter von der Ablehnung des Antrages auf Notstandshilfe betroffen, da das PartnerInneneinkommen angerechnet wird – unter anderem auch bei Lebensgemeinschaften, in denen Frauen keinerlei Rechtsanspruch auf Unterhaltsleistungen des Mannes haben. So erhielten im Jahr 2006 etwa 16% der Frauen keine Leistungen vom AMS, während dies nur auf rund 7% der Männer zutraf.

Fraueneinkommen:

Im EU- Genderbericht 2008 wird festgestellt, dass die Einkommensschere wieder rasant aufgeht. In der bereits gezeigten Tabelle ist ersichtlich, dass das Einkommen von Männern im Erwerbsverlauf (Bruttomedianeinkommen 2006) beständig steigt. Frauen hingegen erzielen ihr höchstes Einkommen zwischen 25 und 30 Jahren, danach klafft die Lohnschere immer weiter auseinander.

Es braucht endlich eine gerechte Verteilung von Reichtum, nicht nur zwischen den Menschen an sich, sondern eben auch zwischen den Geschlechtern. Die Instrumente, die die große Koalition dazu in die Hand nimmt sind ungenügend. Das gilt es zu kritisieren, denn eines der reichsten Länder der Welt muss sich eine solidarische Umverteilungspolitik leisten können und wollen!

Pension:

400.000 Frauen im Alter über 60 Jahren haben keinen eigenständigen Pensionsanspruch, das sind 40% der weiblichen Population in diesem Alter. Ähnlich wie beim Arbeitslosenbezug hängt ihre Existenzsicherung folglich maßgeblich von der allerdings immer brüchiger werdenden Institution Ehe ab.

Übrigens: Wenn Frauen im Zuge eines Scheidungsverfahrens auf Unterhalt verzichten, haben sie keinen Anspruch auf die Ausgleichszulage in der Pensionsversicherung.

Aus diesen kurz aufgezeigten Tatsachen ergibt sich, dass Umverteilung für Frauen doppelt so wichtig ist. Natürlich profitieren gerade Männer von der geringen steuerlichen Belastung für Vermögen, weil die Vermögen in der Hand der Männer sind.


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